Wissenschaft als Basis für Zulassung von Tier- und Pflanzenmedizin

(c) Roland Grames

Was gelten für Gesundheitsministerin wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse?

"Tiere und Pflanzen vor Krankheiten sowie Schädlingen zu schützen beziehungsweise kranke Tiere und Pflanzen zu behandeln, gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Landwirte. Die Mittel, die sie dabei zur Behandlung brauchen, werden von der Behörde in einem mehrstufigen Zulassungsverfahren wissenschaftlich geprüft und danach freigegeben. Das gilt im Übrigen auch für Medikamente in der Humanmedizin. Doch anders als im humanmedizinischen Bereich, stellen NGO-Aktivisten und auch Politiker die wissenschaftlichen Prüfergebnisse immer wieder öffentlich in Frage, um eine Zulassung wissenschaftlich unbedenklicher Mittel zu verhindern. Damit ist, außer den spendenorientierten Organisationen, niemandem geholfen. Die Landwirtschaft verlangt daher, dass ausschließlich die wissenschaftlichen Ergebnisse und nicht die Wünsche oder persönlichen Befindlichkeiten von NGOs oder Politikern darüber entscheiden, welches Mittel zugelassen und welches abgelehnt wird", forderte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes.

Und weiter: "Hört man die Aussagen der Frau Gesundheitsministerin zur Wiederzulassung von Glyphosat, so stellt sich die berechtigte Frage: Was gelten für die oberste Eigentümervertreterin der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, in der die Zulassungen stattfinden, wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse? Werden Arzneimittel, Kosmetika oder Putzmittel im Haushalt in Zukunft auch nach den persönlichen Kriterien von Politikern oder auf Zuruf von NGOs zugelassen?"

"Bei jedem Medikament, das für Menschen bestimmt ist, erwartet man, dass strenge wissenschaftliche Prüfkriterien angewandt werden, ehe es zugelassen wird. Kein Mensch käme auf die Idee, die Zulassung von Medikamenten einer Umweltorganisation oder einer politischen Partei zu übertragen. Bei der Landwirtschaft jedoch folgt man den Zurufen aus NGOs, deren Strategie die Angstmache und deren Ziel die Spendenmaximierung ist. Denn wenn man die Argumente dieser Gruppierung ernst nähme, so müsste man sofort das Sonnenbad oder das Bergwandern verbieten, weil Ozon und UV-Strahlen Hautkrebs auslösen können, wie auch die WHO festgestellt hat, die diese Gefahren deutlich brisanter einschätzt als mögliche Folgen aus missbräuchlicher Verwendung von Glyphosat. Daher dürfen für eine Zulassung oder Ablehnung einzig Wissenschaft und Fachexperten, nicht jedoch NGOs oder Politiker verantwortlich zeichnen", verlangte Schultes weiter.

Soviel wie notwendig, aber so wenig wie möglich

"Seit Menschengedenken sind Pflanzenkrankheiten, Schädlinge, Unkräuter, aber auch Tierseuchen verantwortlich für Missernten und Hungersnöte. Erst die moderne Landwirtschaft hat es möglich gemacht, dass sich die Menschen überall und jederzeit ausreichend Nahrung in hoher Qualität leisten können", ergänzte Schultes und setzte fort: "So ist Pflanzenschutz notwendig, um unsere Pflanzen gegen Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter zu schützen. Dadurch sichern wir eine gesunde Ernte und ausreichend Lebensmittel, wir verhindern, dass natürliche Gifte, wie Mykotoxine, in die Nahrung gelangen und schaffen damit gleichzeitig unseren Betrieben eine wirtschaftliche Basis. Aus all diesen Gründen war es uns von Anfang an wichtig, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nach dem Motto 'Soviel wie notwendig, aber so wenig wie möglich' deutlich einzuschränken und auf Alternativen zu setzen. Mit warndienst.lko.at haben wir dazu eine Online-Plattform eingerichtet, die die Betriebe firmenunabhängig mit den nötigen Informationen versorgt und auch sehr gut angenommen wird, wie die Zugriffszahlen deutlich belegen."