September 2016

(c) LKNÖ

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bei einem längeren Gespräch mit Bundeskanzler Christian Kern

haben Sepp Plank, Generalsekretär der Landwirtschaftskammer Österreich,

und ich die gerade wirklich schwierige wirtschaftliche Lage

unserer Bäuerinnen und Bauern besprochen. Ich habe auch berichtet,

dass gerade die Jüngeren die ständigen Angriffe von NGOs und diversen

„Experten“ sehr persönlich nehmen und dieses „Bauern-Bashing“

mit Tierhaltung und Pflanzenschutz nicht mehr hinnehmen wollen.

Er hat aufmerksam zugehört und seine Wahrnehmung entgegen gestellt.

Er meinte, dass diese öffentliche Debatte zwar stattfindet, aber

von anderen bei weitem nicht so ernst genommen wird, wie vielleicht

von uns selber.

Darüber habe ich nachgedacht. Wahrscheinlich hat er recht und wir

sollten zwar in der Diskussion bleiben, aber nicht jede Aufregung mitmachen.

Entscheidend ist, dass wir unsere Arbeit gut machen, sorgfältig sind

und ein reines Gewissen haben können, weil wir uns ständig weiterentwickeln.

Die international niedrigen Preise sind für Konsumenten

und für Bauern gefährlich, weil Einkommen fehlt und die Weiterentwicklung

stecken bleibt. So mancher Betrieb stellt seine Investitionen

zurück. Der Wirtschaft fehlen die Aufträge usw…

Wir sind bis jetzt noch immer bei den Weltbesten, eine Olympiade

würden wir gewinnen. Noch immer ist das Vertrauen der Konsumenten

der Mehrwert UNSERER Produkte. Deshalb ist zur Unterscheidung die

Herkunftskennzeichnung möglichst lückenlos und auf jeden Fall in der

Großküchenverpflegung eine unabdingbare Notwendigkeit.

Die Kostenentlastung bei der Sozialversicherung durch den Wegfall

einer Quartalszahlung und die notwendige Entlastung beim Agrardiesel

sind umzusetzen. Genossenschaften müssen sich weiterentwickeln.

Und die ständigen Angriffe lassen wir dort, wo sie hingehören, nämlich

im Werkzeugkasten der Spendensammler, die die Leut` erschrecken,

weil sie nur so ihr Geschäft machen können. Facebook liefert

nicht, Facebook kommentiert nur und ist morgen schon wieder wo

anders. Und Erdäpfel wachsen nicht in der Zeitung. Für uns gelten

Fakten, Entscheidungen und Leut, die sich was trauen.

Die Herbstarbeit ist die Grundlage für die nächste Ernte. Gemeinsam

gehen wir es an.

 

Ihr Hermann Schultes