Schultes persönlich - Juli 2017

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Vor einer Ernte, die bei vielen von der Dürre zerstört wurde, fragen

wir uns, wie das weitergehen wird. Jedes Jahr arbeiten wir neu ins

volle Risiko. Die Preise decken keine Risikospanne ab. So müssen wir

sehr nüchtern über das Risiko der Landwirtschaft und die notwendigen

Risikobegrenzungen reden.

Klimawandel und Preisschwankungen sind Fakten, die nicht schöngeredet

werden dürfen. Was wir brauchen, ist eine Risikoversicherung,

die leistbar ist und alle wichtigen Kulturen schützt. Das ist mit der

Hagelversicherung in guter Entwicklung. Die Erweiterung zur Dürreversicherung

wird von Bund und Land unterstützt, muss aber billiger

werden, damit sie für alle leistbar ist.

Eine wichtige sichere Einnahme sind die Betriebsprämien der EU. Sie

werden jetzt auf alle Flächen gelegt und müssen weiter angeboten

werden. Jeder Betrieb braucht sie. Kosten und Steuern, die Sozialversicherung

und die Abgaben werden über die Fläche bemessen. Diese

Zahlungen sind pauschaliert und richten sich nicht nach Wetter,

Ertrag oder Einkommen. Also muss es auch eine fixe Einnahme geben,

die dem Betrieb Stabilität gibt.

Wenn wir für unseren Hof entschieden haben, was wir produzieren

wollen, dann geht es um Risikobegrenzung und Ertragsverbesserung.

Entscheidend sind Wasser, Bodenfruchtbarkeit, Pflanzengesundheit,

Tierwohl, Arbeitssicherheit und die verlässliche Versorgung mit Betriebsmitteln

und Ersatzteilen. Gut begründet, verlangen wir Rechtssicherheit

und stabile Verhältnisse bei den zugesagten, notwendigen

Förderungen aus der EU und den österreichischen Möglichkeiten.

Das braucht gut abgestimmte Politik mit klaren Zielen und Zusammenhalt,

getragen von Hausverstand.

Wenn wir weiter nach vorne schauen, sehen wir, dass die Wasserfrage

zur entscheidenden Überlebensfrage für viele Regionen wird. Wirklich

dankbar bin ich, weil unser Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan

Pernkopf eine Machbarkeitsstudie erstellen lässt. Sie soll zeigen, wie Donauwasser

ins nördliche Niederösterreich, in die Marchregion und in den

Bezirk Bruck gebracht werden kann. Wir werden gerne mitarbeiten.

Schwere Zeiten für die Bauern brauchen klare Worte, vielfältige

Antworten und täglich eine Idee, wie wir auf die Herausforderungen

antworten können. Und dann brauchen wir noch den Blick für das,

was gelungen ist, der erhält uns die Kraft für die Zukunft.

 

Hermann Schultes