Schultes persönlich - Dezember 2017

(c) LKNÖ

Liebe Leserin, lieber Leser!

Neue Vorschläge für die zukünftigen Schwerpunkte der gemeinsamen

Agrarpolitik liegen auf dem Tisch. Die Ungewissheit über den

Austritt der Briten, die ernsten innereuropäischen Diskussionen mit

Polen, Ungarn oder Malta, die 2019 bevorstehende Europawahl und

die Neubesetzung der Kommissare werden dazu führen, in der Sache

nicht allzu große Reformschritte anzugehen.

Der Brexit kann teuer werden. Enorme Kosten sind möglich. Alle

gemeinsam werden diese zu tragen haben. Wir müssen überall klar

machen, dass diese Auswirkungen keinesfalls zu einem Sonderopfer

der Landwirtschaft führen dürfen.

Die Agrarpolitik in europäischer Verantwortung ist keine Fleißaufgabe

der EU Kommission und keinesfalls das Bonuspaket für die

Bauern. Für den europäischen Zusammenhalt ist eine hochwertige,

ausreichende und leistbare Lebensmittelversorgung ein Schlüssel

für den sozialen Frieden, die Arbeitsplatzsituation und die Wertschöpfungskraft

der ländlichen Gebiete. In weltoffenen Märkten mit

den schwankenden Erträgen und den immer kritischeren Wetterbedingungen

ist Agrarpolitik öffentliches Interesse. An diesen großen

Aufgaben der künftigen Landwirtschaft in der EU führt mit oder ohne

BREXIT kein Weg vorbei.

Dreimal so viel Geld geben wir für das Militär aus, als wie für die

Landwirtschaft. Das Geld für die Landwirtschaft wird mit großem

Theater in Brüssel verhandelt und geht an die Nationalstaaten zurück.

Das Geld fürs Militär steht in den Budgets der einzelnen Länder.

Beides ist notwendig. Die Diskussion ums Agrarbudget ist ein EUThema,

betrifft aber genauso uns alle, wie die Sicherheit Europas. Die

Sicherheit könnte gemeinsam garantiert billiger koordiniert werden.

Der Außengrenzschutz, oder besser der fehlende Außengrenzschutz

der EU sind das passende Beispiel dafür.

Wir brauchen nicht demütig unser Haupt senken, wenn es um die Finanzierung

einer hochwertigen Lebensmittelversorgung aus Bauernhand

geht. Das Geld dafür ist bestens investiert. Gehen Sie mit offenen

Augen durch die Supermärkte. Wir können stolz darauf sein, wie wir

präsentiert werden. Bäuerinnen und Bauern sind das Geld mit und

ohne BrExit wert. Und dass Geld vorhanden ist, werden die Berichte

über die Weihnachtseinkäufe beweisen.

Bei einem niederösterreichischen Christbaum brauchen Sie nicht zu

sparen. Der gehört zu einem schönen Fest. Das wünsche ich Ihnen aus

ganzem Herzen.