Oktober 2016

(c) LKNÖ

Liebe Leserin, lieber Leser!

Wie Wirtschaft geht? Fakten bewerten, nachfragen, Fachleute abfragen,

nicht alles glauben wollen, nur Geglaubtes zwei Mal hinterfragen, fragen

wo die Quellen sind und wer was weiß oder bloß was behauptet, das ist

die Arbeit. Die Ergebnisse sind dann eine Meinung und noch immer kein

Evangelium. Dann müssen Entscheidungen getroffen werden. Dafür

gibt’s dann die, die vorne stehen – Chefaufgaben. Wer`s gut macht, lässt

Wohlstand wachsen. An alle kann dann etwas verteilt werden. Wozu

sonst würden die Chefinnen oder Chefs vorne stehen? So geht Wirtschaft.

Wie geht Politik? Die Bevölkerung will keine Parteitaktiererei, sondern

ehrliche Politik und Entscheidungen! Das steht in der Zeitung

und in den Leserbriefen.

Ist es lustig, Linie zu halten, wenn es um die Bauern und Bäuerinnen

und die ländlichen Regionen geht und nicht nur um den kurzfristigen

Applaus aus unserer städtischen Meinungswirtschaft? Für mich zählt

die Wirklichkeit und nicht, was sich die Kommentatoren an der Outlinie

über unsere Welt ausdenken. Im Fußball ist das ok, das Publikum

ist der Grund für das Fußballspiel. Politische Arbeit wird jeden Tag

beurteilt. Aber zählen darf nicht, was gerade in der Zeitung steht oder

was Facebook aufregt, die sind das Publikum. Zählen muss immer,

wie es auf uns Bauern wirkt, die wirklich Betroffenen.

Am Fußballplatz sind die Fans die Lauteren, weil sie wissen, dass nur

was weitergeht, wenn sie ihre Spieler gut aufbauen. In der Politik und

im politischen Leben sind meist die Lauten die Gegner – nichts für zimperliche

Akteure. Wenn sich die Verantwortungsträger nicht auskennen

oder nicht trauen, verschieben sie die Entscheidung an eine Gruppe, die

bis jetzt nichts damit zu tun hatte. Die Ergebnisse sind dann so etwas

wie ein Gottesurteil. Die die Vorne stehen, haben dann die Ausrede,

dass sie das Ergebnis nicht verantworten müssen. Na Bravo!

Wir in der Landwirtschaftskammer informieren und diskutieren

in den zuständigen Gremien und Klubsitzungen. Dann folgen die

Meinungsbildung und ohne Aufschub die Entscheidung, damit noch

etwas bewirkt wird. Die Verantwortung bleibt bei denen die Vorne

stehen. Die Diskussion geht aber weiter.

So ist die Position zu CETA entstanden. Die Milchmengensteuerung

über die freiwillige Teilnahme ist auch so gekommen. Die internationalen

Märkte haben verstanden, dass wir das in Europa jetzt ernst

nehmen. Die Einkäufer in Asien setzten jetzt auf steigende Preise und

die Preise steigen. Wir dürfen uns freuen, dass der Anfang dazu im

Jänner aus Österreich gekommen ist.

Landwirtschaft ist viel Wirtschaft aber auch Politik. Uns wünsche ich

zur Sozialversicherung, zum Ökostrom und zur Dieselbesteuerung

fertige Entscheidungen der Verantwortungsträger – und zwar bald!

 

Ihr Hermann Schultes