November 2015

(c) LKNÖ

Liebe Leserin, lieber Leser!

Heuer ist schon sehr viel zusammengekommen: GAP, neues Antragssystem,

Akontozahlung. Neue Einheitswerte werden ausgeschickt.

Stark unterschiedliche Erträge, Wassermangel und immer wieder

produktspezifisch schlechte Preise. Und immer wieder die Frage: War

es eine besondere Dürre oder schon der Klimawandel?

Die Arbeiterkammer klagt über hohe Lebensmittelpreise. Herr Arbeiterkammerdirektor

Muhm schießt auf Strom aus Biomasse und hat

kein Problem mit Billigstrom aus Kohle, Atom oder Erdgas. Er macht

die Biogasreform zur Bauernförderung, dabei geht es um erneuerbare

Energie, die wetterunabhängig auch im Winter weniger Abhängigkeit

von Putin und Co bedeutet.

Will der Konsument österreichische erneuerbare Energie, wird’s was

kosten. Will der Österreicher Lebensmittelsicherheit aus eigener Produktion

im offenen Wettbewerb mit dem Weltmarkt mit allen uns bekannten

Schikanen, so wird´s das ohne Flächenprämien nicht geben.

Subventioniert wird immer der Konsument, weil es dieses Produkt

sonst nicht gibt und er/sie es nicht kaufen kann.

Jetzt ruinieren die Käfer die Fichten und der Holzpreis sinkt auch

noch. Hackschnitzel gibt es genug, aber die Ofenfirmen klagen über

leere Auftragsbücher, weil der Geiz unserer energiepolitischen Trittbrettfahrer

billiges Erdöl und Erdgas zur neuen Religion erklärt.

Spinnen schon alle?

Weltweit gibt es viele Regionen, denen die wirtschaftliche Zuversicht

verloren geht. Der Ölpreis geht nieder, weil alle Produzenten trotz Überangebot

auf keinen Fall Marktanteile verlieren wollen. Unsere ÖMV

leidet unter Ertragsschwäche, muss Bereiche verkaufen und hofft auf

bessere Tage. Alle, die vom Ölpreis leben, müssen jetzt ernsthaft sparen.

Der Klimawandel ist Nebensache. Putin, die Saudis und die Scheichs

gestalten unsere energiepolitisch Zukunft und führen ihren Stellvertreterkrieg

in Syrien jetzt schon in offener Konfrontation, weil sonst

das Öl zu lange billig bleibt. Das Flüchtlingselend ist die bekannte

Nebenwirkung eines jeden Krieges.

Wollen wir nicht dauerhaft auf der Speisekarte der Ölprinzen stehen,

sollten wir uns vom Weg der erneuerbaren Energie von niemandem

abbringen lassen. Viel gute Energie wünsche ich Ihnen für die kommende

Heizsaison.


Herzlichst, Ihr

Hermann Schultes