Mehr Transparenz durch Kennzeichnung aller Eiprodukte

(c) Roland Grames

Die Herkunft muss auch bei verarbeiteten Produkten sichtbar sein

"Österreichs Konsumenten können bei vielen Produkten nicht erkennen, ob Käfigeier aus anderen Ländern drinnen sind. In den heimischen Supermärkten werden beinahe ausschließlich Eier aus heimischer Boden- und Freiland- beziehungsweise Bio-Haltung angeboten. Und überall dort, wo die Herkunft sowie die Haltungsform für den Verbraucher klar und deutlich zu erkennen sind, greift er gerne zu österreichischen Eiern. Jedoch beim Außer-Haus-Verzehr, in verarbeiteten sowie Halbfertigprodukten ist dies meist nicht nachvollziehbar. Wir wollen hier die Täuschung der Verbraucher endlich beenden und fordern eine klare Information über Herkunft und Haltungsform", stellte der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Hermann Schultes, fest.

Derzeit werden täglich rund 1 Mio. frische Eier in der Schale importiert. Da sind die Einfuhren von Eipulver und Flüssig-Ei für die Industrie noch gar nicht mitgerechnet. Die sogenannten Schaleneier kommen zum größten Teil innerhalb der EU aus Hühnerställen mit Legenestern und Sitzstangen. Hingegen stammen Eipulver und Flüssig-Ei von Hennen aus Käfighaltung, die in der EU seit 2012 und in Österreich seit 2009 verboten ist. Die bäuerliche Interessenvertretung will in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Verarbeitung mehr Transparenz, sie verlangt daher bei allen Eiern und Eiprodukten, wie zum Beispiel Flüssig- oder Trocken-Ei, die verpflichtende Kennzeichnung von Haltungsform und Herkunft.

Außer-Haus-Verpflegung: Gut zu wissen, wo Eier herkommen!

"Gerade im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit haben die heimischen Legehennenbetriebe angesichts dieser ungleichen Wettbewerbssituation das Nachsehen. Schließlich ist die Eiererzeugung in den anderen Mitgliedstaaten wesentlich günstiger. Derzeit ist es so, dass in der Verarbeitung und in der Außer-Haus-Verpflegung beim Ei in den meisten Betrieben nicht die Haltungsform, sondern der Preis zählt. Das gilt auch für Ei-Importe aus Übersee und Asien, wo die Hühner von EU-konformen Standards nur träumen können", so Schultes.

In Österreich leben die meisten Legehennen in Bodenhaltung (65%), 22% in Freilandhaltung und 12% in Biobetrieben. "Österreichische Eier werden unter Einhaltung höchster Tierschutzstandards produziert. Überall dort, wo der Konsument die Wahl hat zu entscheiden, wird er zu heimischen Produkten greifen. In der Außer- Haus-Verpflegung und in der Verarbeitung ist derzeit noch keine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft und Haltungsform von Eiern vorgesehen, daher zählt hier nur der Preis. Das für die Lebensmittelkennzeichnung zuständige Gesundheitsministerium ist gefordert, auch bei der Herkunftskennzeichnung zu handeln und eine gesetzliche Regelung zu schaffen", betonte der LK-Präsident.

Wo Herkunft deklariert wird, gilt auch Tierschutz

"Eier verstecken bekommt in diesem Zusammenhang eine neue Bedeutung. Wo die Herkunft deklariert wird, gilt auch Tierschutz, wo sie versteckt wird, werden die Produzenten eher das Licht scheuen. Respekt für die Erzeuger und ehrlichen Tierschutz gibt es nur, wenn die Konsumenten informiert werden. Produktwahrheit steht gegen Verbrauchertäuschung. Wir verlangen einen fairen Wettbewerb zu gleichen Produktionsbedingungen, denn in den letzten zehn Jahren haben Österreichs Bauern mehr als 100 Mio. Euro in tierschutzgerechte Haltungsformen investiert und sie sind auch in der Lage, diesen Bedarf an Eiern für die Industrie und die Außer-Haus-Verpflegung selbst zu decken. Gefordert sind jetzt die heimischen Verarbeiter in der Lebensmittelindustrie, in der Gemeinschaftsverpflegung, aber auch die Gastronomie und die Hotellerie können aktiv werden und beim Einkauf von Lebensmitteln mit Ei-Anteil bewusst auf heimische Qualität setzen", betonte Schultes.

Näheres zur LK-Initiative "Gut zu wissen" für die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Fleisch und Eiern in der Gemeinschaftsverpflegung kann im Internet unter https://www.gutzuwissen.co.at/ nachgelesen werden.

 

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