März 2016

(c) LKNÖ

Liebe Leserin, lieber Leser!

Unser Erfolg zeigt sich in der Erfüllung der Ansprüche der Menschen.

Gut zu essen ist heute zu wenig. Gesund zu essen ist auch noch zu

wenig. Was Besonderes muss es sein. Bloß, ob es dieses Lebensmittel

zu einem niedrigen Preis aus Österreich geben kann, das fragt keiner.

„Die werden schon wissen, warum sie nicht mehr verlangen“, kann

man dann hören. Und wenn ein anderes so günstig ist, „da kann man

ja praktisch nicht anders“. Viele wären bereit, Wertschätzung auszudrücken

und auch unter Umständen einen Aufschlag zu bezahlen.

Wenn aber der Wettbewerb in eine Preisspirale mündet, die nur nach

unten führt, versagen die besten Vorsätze.

Gute Preise müssen WIR durchsetzen. Der Einkäufer geht bis zur

Schmerzgrenze. Wir müssen vorher HALT sagen. Und wenn wir uns

gegenseitig das Leben schwer machen, weil wir einander unterbieten,

dann haben wir offensichtlich mehr anzubieten, als unsere Kunden

brauchen. Das kann vorübergehend vorkommen. Wenn es aber

dauernd passiert, machen wir etwas falsch. Das Überangebot zerstört

Vermögen und Strukturen.

Genossenschaften wurden genau deshalb gegründet, um den Markt

besser zu spüren und die Durchsetzungskraft der vielen Produzenten

zu verbessern. Wenn Genossenschaften aber gegeneinander arbeiten,

ist der nächste Schritt fällig. Da gibt es keine Ausreden. Wenn es für

die Bauern unerträglich wird, sind die Funktionäre gefordert, einen

weiteren Schritt der Zusammenarbeit zu gehen.

Durch europäische Zusammenarbeit müssen die Anbieter gemeinsam

die Zielmengen zu ihren Gunsten reduzieren. Viele Funktionäre

haben schon verstanden, dass die Anbieter und nur die Anbieter – Genossenschaften

wie Private – ein gemeinsames Mengenziel vereinbaren

müssen. Dass sie das dürfen, dafür brauchen sie die Hilfe und

den Rechtsschutz der EU Kommission, damit nicht die Kartellbehörde

den Versuch der Absprache zerstört. Geld wird auch notwendig sein,

um die Gutwilligen, die ihre Mengen in schwierigen Marktsituationen

bremsen, finanziell abzufinden. Im Rahmen der Präsidentensitzung

der COPA in Brüssel habe ich das vorgeschlagen und unser BM

Rupprechter hat diesen Vorschlag als offiziellen Vorschlag Österreichs

eingereicht. Dafür kämpfen wir gemeinsam.

Einzelne starke Produzenten versuchen jetzt um jeden Preis Marktanteile

zu holen. Aus Verantwortung für die Zukunft einer regionalen Lebensmittelproduktion

müssen wir gemeinsam handeln. Wir brauchen

viele, die diese Zusammenarbeit wollen. Helfen Sie bitte mit!

Ihr,

Hermann Schultes