Klima- und Energiestrategie - Start für "Fossil"-freies Energiesystem

(c) Roland Grames

Klimawandel ist längst Wirklichkeit - daher rasch Strategie umsetzen

"Der Klimawandel ist längst Wirklichkeit, wie zunehmende Klimakatastrophen beweisen. Die Pariser Klima-Beschlüsse, die den Umbau unseres Energiesystems in Richtung erneuerbar und nachhaltig zum Ziel haben, sind rechtsverbindlich. Wer diese frühzeitig, mit voller Kraft und voller Ernsthaftigkeit umsetzt, hat technologisch die Nase vorn und kann so Wertschöpfung ernten. Denn Ernsthaftigkeit mobilisiert Innovation. Die heute von der Bundesregierung vorgestellte Integrierte Klima- und Energiestrategie ist der Startschuss dafür. So sichern wir ein Energiesystem ohne fossile Energieträger. Die Landwirtschaftskammer begrüßt diesen ambitionierten Strategieansatz. Ministerin Elisabeth Köstinger hat unsere volle Unterstützung. Österreich kann auf diese Weise die Klima- und Energiezukunft meistern und als Technologieführer wirtschaftlich weltweit erfolgreich sein", erklärte der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Hermann Schultes.  

Waldschutz durch Energieholznutzung stärken 

"Der Klimawandel führt im Wald zur rasanten Insektenvermehrung. Schadkäfer zerstören ganze Waldgebiete, das geschädigte Holz kann nur noch für die Strom- und Wärmeproduktion sinnvoll eingesetzt werden. Auch deshalb müssen die Ökostromanlagen weiterbestehen. Daher muss rechtzeitig eine Lösung für den Weiterbetrieb der Holzkraftwerke im Rahmen des Ökostromregimes gefunden werden. Die Einspeisetarifverträge der meisten Holzkraftwerke laufen zwischen 2018 und 2020 aus. Nachfolgetarifregelungen sind dringendst notwendig", so Schultes, der daran erinnerte, dass biogene Energieträger den wichtigsten Beitrag im Portfolio der erneuerbaren Energie leisten.  

Diesel raus aus den Heizkellern 

"Die klare Ansage von Ministerin Köstinger, die extrem klimaschädliche Heizölverbrennung so schnell wie möglich zu beenden, ist ein besonders wichtiger Schritt zur Zielerreichung. Heizöl ist technisch gesehen nur gefärbter Diesel. Dieselverbrennung zur Wärmeerzeugung im Keller im Ausmaß von zirka 1,3 Mrd. Liter pro Jahr ist längst nicht mehr zeitgemäß. Wer sagt, das geht nicht, argumentiert wie jemand, der eine Telefonzelle zum Telefonieren sucht. Heizölkessel sind technisch auf dem Niveau von Telefonzellen. Sie sind Retrotechnologie und überflüssig. Es gibt mittlerweile eine ganze Palette umweltfreundlicher Wärmetechnologien, mit denen Heizöl kostengünstig ersetzt werden kann, wie zum Beispiel vollautomatische Hackgut- beziehungsweise Pelletssysteme, bei denen österreichische Betriebe die internationale Technologieführerschaft haben. Dieselverbrennen trägt außerdem zur Dieselknappheit bei und verteuert den Verkehr. Der muss aber von vermeidbaren Kosten entlastet werden, weil er zur Umstellung auf neue Technologien finanziell beitragen soll", so Schultes. (Schluss)

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