Juli 2016

(c) LKNÖ

Liebe Leserin, lieber Leser!

Einmal die Dürre, dann der Schweinepreis, der Milchpreis, zu viele Äpfel

und Käferholz, Frost und Schneebruch! Was soll da noch kommen?

Jetzt wollen auch noch die Engländer raus aus der EU. Die Bauern in

Großbritannien wissen, dass sie die Ausgleichszahlungen zukünftig

vom eigenen Parlament bekommen müssen und sind entsprechend

pessimistisch. Die Versprechungen über die tollen Ersparnisse nach

dem Brexit, waren Lügen. Die Wirtschaft erbebt.

Die europäischen Regierungen sind uneinig. Was ist jetzt das Rezept?

Sündenböcke suchen wird relativ wenig bringen, die EU beschimpfen

wäre grad verkehrt, weil es ohne EU noch blöder wäre. Also was?

Ernsthaft Hausaufgaben machen. Wir können doch was! Wieso niederdrücken

lassen? Logisch, dass wir Bauern in der schwierigen Situation

Kostenentlastung brauchen, also ist der Wegfall einer Sozialversicherungsrate

für alle Bauern unsere berechtigte Forderung. Die Mitbewerberländer

haben die Agrardieselsteuer gestrichen oder gesenkt. Nur bei

uns bedient sich der Staat. Das ist nicht ok. Wer jetzt sagt, die Bauern

wollen schon wieder was, der wird zugeben müssen, dass wir über die

niedrigen Lebensmittelpreise den Rest der Bevölkerung entlasten. Vom

billigen Fleisch, der billigen Milch profitiert ja wer. Nur Frost und Dürre,

die haben dem ganzen Land geschadet. Fehlt die Ernte, fehlt das Geld,

fehlen die Investitionen. Unsere Investitionskraft fehlt der Wirtschaft.

Hausaufgaben machen heißt auch, unsere Produkte wertschätzen,

österreichisch einkaufen und beim Servieren stolz drauf sein, also die

Herkunft kennzeichnen. Es ist gut zu wissen, was am Teller ist und auch

woher es ist. Mit Liebe gemacht, von Menschen, denen wir vertrauen.

Hausaufgaben machen heißt auch, den Klimaschutz ernst nehmen.

Mehr Holz in der Bauwirtschaft, Biomasse und Hackschnitzel statt Öl

und Kohle, Sonnenstrom für den Eigenverbrauch, Humuswirtschaft,

Winterbegrünung und Mulchsaat. Das gilt für jeden von uns und genauso

für die Wirtschaft und die öffentlichen Auftraggeber.

Hausaufgaben machen heißt auch, immer besser werden. Deshalb gehen

wir gemeinsam mit unseren Funktionären und Kammermitarbeitern an

die nächste Reform. Verantwortungsvolle Funktionäre und Mitarbeiter

haben unter der Leitung von Kammerdirektor Franz Raab gemeinsam

ein Reformkonzept erarbeitet, mit dem wir mit weniger Kosten Leistungskraft

für neue Aufgaben freimachen können. Die Standorte bleiben

erhalten und der Service für die Bauern wird verbessert. Ein kräftiges

„Danke!“ ist angebracht!! Nur Arbeit und Einigkeit öffnet uns die Türen

in die Zukunft. Ich wünsche guten Mut und gutes Erntewetter!

 

Ihr Hermann Schultes