Investitionen in "Erneuerbare" als ein Gebot der Vernunft

(c) Roland Grames

Zwei Drittel aller Biomasseheizkessel allein in Deutschland stammen aus Österreich.

"Während Politik und Medien zurzeit technisch höchst entwickelte Dieselmotoren wegen deren Abgasen heftig kritisieren, übersieht man offenbar technisch weit weniger ausgereifte Ölheizungen in 613.000 österreichischen Haushalten, die pro Jahr immerhin fast 1,2 Mrd. Liter rot eingefärbten Diesel als Heizöl e.l. verbrennen. Dabei könnte diese Uralttechnik ohne Probleme durch intelligente Heizsysteme und Biomasseheizungen ersetzt werden und so Mensch und Natur vor schädlichen Abgasen schützen, während eine so einfache und rasch wirksame Maßnahme im Verkehrsbereich, der 7,9 Mrd. l Diesel verbraucht, viel schwerer durchführbar ist. Erneuerbare Energieträger haben nachweislich positive Effekte nicht nur für Umwelt und Klima, sie schaffen auch gerade in strukturschwachen ländlichen Regionen rund 20.000 Arbeitsplätze, davon 80% bei der Bereitstellung der Brennstoffe und etwa 3.500 bei den Heizkessel- und Ofenherstellern, und generieren Wertschöpfung. Die heimischen Kesselerzeuger sind dabei international führend, was sich an einer Exportquote von 70% und der Tatsache ablesen lässt, dass zwei Drittel aller Biomasseheizkessel allein in Deutschland und Frankreich aus Österreich stammen. Es ist daher ein Gebot der Vernunft, in Strom und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern zu investieren, sind sie doch, neben allen anderen Vorteilen, auch Voraussetzung dafür, dass Österreich seine beim Klimagipfel in Paris eingegangenen Verpflichtungen erfüllen kann", erklärte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes im Rahmen der Sozialpartner-Präsidenten-Pressekonferenz zum Thema "Investitionen in eine nachhaltige Zukunft" in Alpbach.

Holz: Technische und energetische Nutzung eng gekoppelt

"Das ökologische und ökonomische Multitalent Holz macht diese Zusammenhänge anschaulich. Von Wald und Holz leben in der gesamten Wertschöpfungskette 300.000 Menschen. Diese erwirtschaften bei einem Exportwert von rund 9,5 Mrd. Euro einen jährlichen Überschuss von 3,8 Mrd. Euro. Die technische Verwendung des Rohstoffes, wie die Erzeugung von Möbeln, Bauholz, Platten oder Papier, ist dabei eng mit der energetischen gekoppelt. Wie wichtig beide Aspekte sind, zeigt sich derzeit bei Holz von Bäumen, die wegen des Klimawandels vermehrt vom Borkenkäfer befallen wurden, deshalb geschlägert werden mussten und nun als Energieholz verwertet werden können", so Schultes abschließend.