Gesetzliche Basis für praxisgerechte Tierwohl-Regelungen

(c) LKÖ, Anna Schreiner

Beschluss: Parlament verbessert Tierschutzgesetz und 1. Tierhalteverordnung

"Nach drei Jahren Vorarbeiten hat das Parlament jetzt das Tierschutzgesetz und die 1. Tierhalteverordnung novelliert. Davon betroffen waren auch die Vorschriften für die Anbindehaltung von Rindern. In einem geringen Teil meist sehr kleiner Betriebe ist aus geographischen oder nachbarschaftlichen Gründen die volle Bewegungszeit für die Tiere nicht in der gewünschten Form möglich. Nun wurde erreicht, dass diese Betriebe, deren Leistungen für die gesamte Region unbestritten sind und in denen die Bauern eine große Nähe zu den Tieren haben, unter genau bestimmten Bedingungen weiterbestehen können. So müssen sie ihre besonderen Gründe für den Fortbestand der Haltungsform der Bezirksbehörde melden. Neu ist auch die verpflichtende Schmerzlinderung bei der Ferkelkastration sowie beim Enthornen von Ziegen und Kälbern. Insgesamt wurde mit dem Beschluss Rechtssicherheit für die Rinder-, Schweine-, Ziegen und Schafhalter geschaffen. Wir haben damit eine gesetzliche Basis für praxisgerechte Tierwohl-Regelungen erreicht, die unseren EU-weiten Spitzenrang im Tierwohl absichert", erklärte Hermann Schultes, Präsident der LK Österreich, nach der gestern Abend im Parlament beschlossenen Reform des Tierschutzgesetzes und der 1. Tierhalteverordnung.  

"Mein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Tierschutzsprecher Franz Eßl, durch dessen hervorragenden Einsatz und fachliche Kompetenz praxisorientierte Lösungen im Gesetz erreicht werden konnten", so Schultes. 

Höchste Tierwohlstandards als Argument für regionale Spezialitäten 

"Schon bisher hatte Österreich eines der strengsten Tierschutzgesetze Europas. Die nunmehr beschlossenen Verbesserungen sichern uns in der EU auch weiterhin den Spitzenplatz bei den Tierwohlregelungen. Sie sind auch ein hervorragendes Argument, noch stärker auf Herkunft und Regionalität der tierischen Erzeugnisse, wie Fleisch oder Milch aus Österreich, zu setzen. Nicht zuletzt deshalb, weil unsere Bäuerinnen und Bauern nach derart hohen Tierwohl-Standards ihre Produkte erzeugen, setzt die LK Österreich mit ihrer Initiative 'Gut zu wissen' auf die Transparenz der Herkunft. Denn der Kunde soll die Möglichkeit haben, jene tierischen Produkte zu wählen, die genau nach diesen strengen Regeln erzeugt worden sind. Das reformierte Tierschutzgesetz ist aber auch ein Signal in Richtung Ländliche Entwicklung, wo es gilt, für besonders tierfreundliche Haltungsformen in Zukunft besondere Fördermaßnahmen zur Verfügung zu stellen", so Schultes. (Schluss)

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Dr. Josef Siffert
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