Februar 2015

Liebe Leserin, lieber Leser!

Unsere Landwirtschaftskammer als Interessensvertretung gibt es, weil

der NÖ Landtag will, dass die Bäuerinnen und Bauern ihre Angelegenheiten

in einer selbstverwalteten Organisation regeln.

Gute Lebensmittel, sichere Versorgung, Erhalten des Lebensraumes und

der Fruchtbarkeit des Landes sowie wirtschaftliche Impulse für das ganze

Land und die ländlichen Regionen werden von uns erwartet.

Zukunftsgerichtet ist unser Auftrag. Bäuerinnen und Bauern sollen in

eigener Verantwortung zu ihrem eigenen Vorteil wirtschaften können.

Der Schutz des Eigentums, die soziale Absicherung, die Teilhabe am

Wohlstand sind Herausforderungen in einer Zeit, in der Landwirtschaft

von immer mehr Menschen immer weniger verstanden wird.

Aufbruchsstimmung und gute Entwicklungsziele, Ausbildung und

Motivation sind unsere Aufgaben. Schlechtreden und Heruntermachen

widersprechen unserem Auftrag. Ich weiß auch nicht, was unsere

Kammermitarbeiter in der Praxis damit anfangen sollten. Beratung und

korrekte Förderanträge brauchen einen guten Arbeitsrahmen und sichere

Vorgaben. Direktvermarkter, Winzer, Buschenschenker, Reitbetriebe

und Brennholzvermarkter kennen ihre Konsumenten. Die meisten von

uns haben Weiterverarbeiter oder Großhändler als Kunden. Wir sind

Teil einer Vertrauenskette, die immer wichtiger wird. Was an Sicherheiten

und Qualitäten gebraucht wird, wir haben es. Wir müssen allerdings

immer wieder einfordern, dass das auch bezahlt wird.

Die Menschen, die unsere Produkte wirklich brauchen, wollen immer mehr

von uns wissen. Wir öffnen die Hoftore und erzählen unsere Geschichte von

Landwirtschaft immer wieder aufs Neue. Sie ist interessant, der Schlachthof

hat wenig zu erzählen und im Großverteilerzentrum und den Sozialräumen

der Supermarktketten gibt es auch wenig, was der Konsument

wissen will. Wir decken den Tisch, wir freuen uns über den Appetit unserer

Kunden. Wir reden über die vielen neuen Verwendungsmöglichkeiten von

Produkten aus der Natur. Damit es leichter geht, werden wir mehr Material

für diese Informationsarbeit bereitstellen. Der Gesetzgeber verlangt von uns

sehr viel. Wir verlangen Sicherheit und eine klare Linie bei jedem neuen

Schritt, Respekt vor dem Eigentum. Wir brauchen keine Steuerexperimente.

Schau drauf wo´s herkommt – gilt auch für unsere Ergebnisse. Die Landwirtschaftskammer

steht mitten im Brennpunkt. Wo es gut läuft, waren

wir mit Sicherheit dabei, wo wir Veränderungen ertragen müssen,

wollen wir helfen, die Veränderungen positiv zu bewältigen. Stillstand

sichert keine Zukunft der Höfe. Hart verteidigte Gewohnheiten wohl

auch nicht. Wir wollen es ja besser haben.

Jährlich 80 Millionen zusätzliche Konsumenten auf der Welt und der klimaschützende

Ausstieg aus der Ölwirtschaft bringen uns viele neue Aufgaben.

Neue Aufgaben bedeuten Veränderung, Lernen, Anpassen und Investieren

als Basis für nachhaltigen Erfolg. Das gilt für die Vielfalt unserer

Möglichkeiten. Unser Land hat Zukunft mit unserer verantwortungsvollen

Land- und Forstwirtschaft. Wir werden sie gemeinsam mitgestalten.

Ich wünsche ihnen Zuversicht

und gute Erfolge.

                                   Hermann Schultes