Biogasanlagen können 10 Tschernobyl-Reaktoren ersetzen

Europäische Kommission will EU-Biogasproduktion bis 2030 verdoppeln

„Heute am 26. April jährt sich zum 31. Mal die Atomkatastrophe von Tschernobyl. Damals kam die radioaktive Strahlung mit den Regenwolken aus der Ukraine nach Österreich und belastete bei uns weite Landstriche mit radioaktiv verseuchtem Regen. Am heutigen Jahrestag hätte im Parlament mit der ‚kleinen Ökostromgesetznovelle’ der weitere Betrieb der effizienten Biogasanlagen ermöglicht werden sollen, doch der Beschluss wurde verschoben. Hunderte Familienbetriebe, die in Biogasanlagen investiert haben, müssen somit weiter um ihre Existenz bangen. Dabei können die in der EU derzeit in Betrieb befindlichen Biogasanlagen in Summe genau so viel Strom erzeugen, wie zehn Tschernobyl-Reaktoren. Die dezentral verteilten Biogasanlagen sichern damit nicht nur die Versorgung mit erneuerbarem Strom und Wärme, sondern auch rund 70.000 Arbeitsplätze in den EU-Regionen“, stellte LK Österreich-Präsident Hermann Schultes fest. Er ergänzte: „Wir haben mehr als drei Jahre lang über diese Novelle verhandelt und hoffen, das sie im Mai beschlossen werden kann.“

EU nicht gegen Biogas, im Gegenteil

„Mit immer neuen Winkelzügen wird von Ökostrom-Gegnern versucht, die längst überfällige Lösung für dringend benötigte Nachfolgetarife zu verhindern. Effizienten Ökostromanlagen droht damit das ‚Aus’. Zuletzt wurde sogar irreführenderweise behauptet, die Europäische Kommission würde jene Maßnahmen nicht genehmigen, die Österreich für den Weiterbetrieb der Anlagen setzen will. In Wahrheit aber hat die Kommission eine sehr positive Einstellung zu Biogas. So hat die Generaldirektion Energie jüngst eine Studie veröffentlicht, mit der die EU den weiteren Ausbau von Biogas beschleunigen will und bis 2030 eine Verdoppelung der Biogaskapazität anstrebt“, so Schultes.

Die Europäische Kommission empfiehlt sogar in dieser Studie den Mitgliedstaaten, dass sie dringend stabile Rahmenbedingungen für die notwendigen Investitionen in Biogasanlagen schaffen. Denn die positive Weiterentwicklung dieser Technologie sei für die Erreichung der europäischen Energie- und Klimaziele unerlässlich, so die Autoren.

„Bleiben wir bei der Wahrheit. Die Kommission will gut funktionierende Ökostromanlagen nicht abdrehen. Im Gegenteil, die Generaldirektion Energie empfiehlt den ambitionierten weiteren Ausbau von Biogas. Wer jedoch Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf. Das gilt nicht nur für Österreich, sondern für die gesamte EU“, so Schultes abschließend.

 

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