August 2016

(c) LKNÖ

Liebe Leserin, lieber Leser!

Massenpanik raubt den Verstand. Sie macht den Einzelnen zum

schutzlosen Zugehörigen der Masse. Sie liefert Bilder, die uns erschüttern

und die wir trotzdem sehen wollen. Selbstmordattentäter sind

in diesen Tagen die Auslöser. Selbstmörder sind bedauernswert, weil

ihnen ihr Leben nichts mehr wert ist. Für Opfer von Selbstmördern,

da fehlt uns der Ausdruck. Fassungslos erleben wir, wie viel Leid und

Zerstörung von Hoffnungen und Lebenskraft durch so eine Tat der

Verblendung in die Welt gebracht wird.

Unser ruhiges Leben ist angreifbar, das wissen wir. Unser gemeinsamer

Wohlstand ist mehr als das Geld, das wir für überflüssige Dinge

ausgeben können. Unser Wohlstand bedeutet Versorgungssicherheit,

freie Schulen, Gesundheitsvorsorge bis ins hohe Alter, Autobahnen

und Straßen bis zu entlegenen Höfen, Strom zu jeder Zeit und fast

überall auch Mobilfunk und Internet. Vor allem bedeutet unser Wohlstand

aber Sicherheit, ohne nachdenken zu müssen. Das ist uns in

der EU selbstverständlich geworden und wir vergessen, wie wenigen

Menschen auf dieser Welt dieses Lebensumfeld geboten wird. Wo

heute so vieles möglich ist, gibt es immer wieder Situationen, die nicht

so funktionieren. Das wollen wir verbessern. Nicht immer gelingt es.

Darüber können wir uns ärgern und es gibt immer welche, die nur die

Fehler suchen und gute Ergebnisse nicht gelten lassen wollen.

Unser Wohlstand kommt aus der Lebenseinstellung, dass jeder was

haben soll, dass wir dem anderen sein Leben und seine persönlichen

Neigungen gönnen und aushalten, dass jeder auf seine Art zu der gemeinsamen

Entwicklung beiträgt. Wo wir einander was gönnen, wird

keiner gemobbt. Wo wir einander was gönnen, kann was wachsen,

braucht keiner zum nationalistischen Besserwurschtel zu werden.

Weshalb setzen wir uns mit diesen Zwiderwurzen an einen Tisch, im

Gasthaus oder auf Facebook? Jene, die davon leben Neid, Zwietracht

und Missgunst zu säen, haben bis jetzt nur Kummer, Blut und Seelenleid

geerntet.

Die Augen offenhalten, sehen was schief läuft, gelten lassen was gelingt

und mutig die Dinge angehen. Jetzt ist die Zeit für Augenmaß,

energische Tatkraft aus der Mitte, gepaart mit Menschlichkeit.

Erntezeit ist Erntezeit, auch für Zwietracht, besser für Hoffnung.

 

Herzlichst,

Ihr Hermann Schultes