Akzeptable Lösung zum Mindestlohn braucht Begleitmaßnahmen

(c) Roland Grames

Stufenweise Einführung über einen mehrjährigen Zeitraum.

Die Gesamtarbeitskosten sind ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Höfe. Die Anhebung des Einstiegslohns auf 1500 Euro stellt die Landwirtschaft und da besonders den Obst- und Gemüsebau sowie die Biolandwirtschaft vor große Herausforderungen. Mit der Umsetzung der vorliegenden Vereinbarungen zum Mindestlohn können diese jedoch von den Bäuerinnen und Bauern bewältigt werden“, so Hermann Schultes, Präsident LK Österreich.

Schultes weiter: „Wir brauchen in Österreich wirtschaftlich gesunde und konkurrenzfähige land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Der Produktionsstandort Österreich sichert außerdem Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Inland. Daher wurde von den Sozialpartnern auf diese Tatsachen Rücksicht genommen und Begleitmaßnahmen vereinbart, die die stufenweise Einführung über einen mehrjährigen Zeitraum ermöglichen. In einem Brief der Sozialpartnerpräsidenten an die Bundesregierung werden Gesetzesänderungen vorgeschlagen, die den Spielraum für bessere Nettoeinkommen für in der Land- und Forstwirtschaft Beschäftigte schaffen werden.

“ Für die Land- und Forstwirtschaft bedeutet das,

  • dass die Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit im Landarbeitsgesetz Angelegenheit der Kollektivvertragsparteien werden,
  • dass ein von den Sozialpartnern auszuarbeitendes Modell, das es mehreren Bauern ermöglicht, gemeinsam Arbeitskräfte zu beschäftigen (Arbeitgeberzusammenschluss), spätestens am 1. Juli 2018 in Kraft treten soll.
  • dass die Sozialpartner die Bundesregierung ersuchen, für kurzfristig Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft ein Modell mit deutlich eingeschränkten sozialversicherungerungsrechtlich verursachten Kosten zu schaffen. Dieses soll an das deutsche Modell zur kurzfristigen Beschäftigung von Arbeitskräften angelehnt sein. Die Umsetzung soll bis spätestens 1. Februar 2018 erfolgen.